Barhuf unterwegs – 9 Fragen an: Beate & Sisco, Hugo, Polero und Artos

Diesmal habe ich einen richtigen „Hufprofi“ interviewen dürfen – Beate Hieber (www.beatehieber.at) aus Rohrbach. Beate bietet Huforthopädie, Beratung für die Wahl der richtigen Hufschuhe, Fütterungsberatung und Blutegeltherapie an. Sie gibt auch Hufkurse, in denem man lernt, die Hufe zwischen den Bearbeitungsintervallen selber zu bearbeiten.

Beate hat 4 Pferde bei sich zuhause am Hof stehen – alle leben in einem Offenstall mit gemischten Böden (Sand, Beton, Sägespäne, Wiese): Sisco (13 Jahre), Hugo (14 Jahre),  Polero (14 Jahre) und Artos (17 Jahre).

Beate und ihre bunt gemischte  Herde im Interview

Wie lange hast du dein Pferd (oder deine Pferde) schon barhuf und welche Gründe haben dich dazu bewegt dein Pferd barhuf zu halten?

Hauptgrund für das barhuf laufen ist bei allen meiner Pferde die Überzeugung, dass nur am Barhuf eine wirklich gesunde und bequeme Hufsituation möglich/machbar ist!

Sisco: seit Feb. 2011 (gekauft Aug. 2010), Grund: Sisco ging dauerhaft lahm. Kein Tierarzt oder Hufschmied, keine Beschläge etc. konnten ihm helfen. Die Umstellung auf barhuf brachte u. a. wegen der verbesserten Hufstellung Verbesserung.
Hugo: seit Dez. 2013 (gekauft Dez. 2013), auch hier war eine sehr ungünstige Hufsituation (Zwanghufe, viel zu hoch, Strahlfäule – kurz vor der Entstehung eines Hufkrebses) der Auslöser zur Eisenabnahme
Polero: seit Mrz. 2014 (gekauft Feb. 2014), ungünstige Hufsituation (lange hebelnde Zehenwände, gestauchte Hornwände…)
Artos: der war zum Glück schon immer barhuf

Hattest du Probleme bei der Umstellung auf barhuf?

Nein, alle Pferde liefen gleich besser. Polero ist ein sehr feines Pferd und war zwar deshalb ein wenig sensibler bei der Umstellung aber auch er lief immer gut.

Bearbeitest du die Hufe selber oder hast du einen Hufprofi, der dich unterstützt?

Als ausgebildete Barhufbearbeiterin (Huforthopädie) bearbeite die Hufe aller meiner Pferde natürlich alle selbst 😉

Wie oft reitest du in der Woche?

Wir reiten relativ unregelmäßig, da es bei 4 Pferden und einem Job nicht ganz einfach ist regelmäßig zu reiten. Wenn wir reiten, dann aber meist im Gelände (alle Böden, alle Tempi). Manchmal gehen wir auch in die Reithalle oder auf einen Reitplatz. Ich bin absoluter Freizeitreiter. Natürlich machen wir auch Bodenarbeit.

Beate Hieber Beate Hieber

Benutzt du für Ausritte oder Wanderritte Hufschuhe?

Nein. Ich besitze zwar welche aus der Umstellungsphase, benötige sie aber nicht. Nur einmal, da haben wir einen 2-Tagesritt (4-5 Reitstd. tägl.) gemacht auf sehr harten, steinigen Böden, mit starkem Abrieb. Da habe ich Polero welche angezogen, da er recht dünne Wände hat und ich nicht wollte, dass er sich die Hufe zu sehr abläuft. Hugo ist auch diesen Ritt ohne Schuhe gegangen.

Wenn ja, gibt es eine Hufschuhmarke, die du am Liebsten benutzt?

Das kommt immer auf den Huf und das Pferd an. Schlussendlich muss er einfach passen! (Anmerkung meinerseits: da stimme ich Beate voll und ganz zu – mittlerweile gibt es eine so große Auswahl an unterschiedlichen Schuhen und das Modell muss einfach passen).

Gibt es besondere Tipps, die du anderen Pferdebesitzern bei einer Umstellung auf Barhuf mitgeben möchtest?

  • Eine Umstellung sollte – wenn möglich – vorher „geplant“ werden. So kann man z. B. schonmal im Vorfeld die Nagellöcher „stabilisieren“.
  • Es sollten bereits im Vorfeld die Boden- und Haltungsverhältnisse abgeklärt und besprochen werden.
  • Wenn es sich vermeiden lässt, keine Umstellung zeitgleich mit einem Umzug in einen neuen Stall/Offenstall. Das Pferd sollte nach der Umstellung die Möglichkeit bekommen sich so zu bewegen wie es möchte.
  • Die Eisenabnahme sollte äusserst vorsichtig erfolgen damit die Hufe nicht noch zusätzlichen Schaden (z. B. Ausbrüche) erleiden!

Beate Hieber Beate Hieber

Nicht zu vergessen:

Jede Umstellung erfordert Rücksichtnahme (ich sag immer, eine Umstellung bedeutet für das Pferd eine Art Reha und so sollte das Pferd auch behandelt werden) und Geduld (es muss ja erst wieder besseres Hornmaterial nachwachsen). Jede noch so sorgfältig geplante und durchgeführte Umstellung kann auch mal zu Komplikationen führen, z.B. weil das Hornmaterial schon sehr schlecht ist. Aber auch hier heißt es mit Rücksicht, Bedacht und Geduld ran zu gehen. Noch ein wichtiger Faktor ist natürlich die Hufbearbeitung nach der Umstellung und die Sauberkeit. Werden die Eisen abgenommen und es wird gar nichts gemacht kann das genauso ungünstig sein wie wenn zuviel gemacht wird. Nagellöcher und ggf. Ausbrüche etc. bieten sehr viel Eintrittspforten für Keime. Deshalb ist auf Pflege und Sauberkeit sehr zu achten.

Beate Hieber Beate Hieber

Von welchem Pferde würdest du dir wünschen, das es barhuf läuft?

Von allen 😉

Hier noch einmal die Kontaktdaten von Beate:

Beate Hieber
Beate Hieber
Huforthopädie, Ernährungsberatung
Hufschuhberatung/-verkauf
Alternativmethoden & Blutegeltherapie

Tel.: +43 664 75131639
e-mail: office@beatehieber.at
www.beatehieber.at