Fütterung

Die Brennnessel – ein feuriges Geschenk der Natur

Brennnessel

Der heutige Gastbeitrag kommt von meiner APM und Kinesiologie Kollegin Julia Tenschert. Sie hat sich mit der Wirkung der Brennnessel näher beschäftigt und beschreibt die Pflanze und den traditionellen Einsatz in der Heilkräuterkunde.

Die Brennnessel, lat. Urtica („die Brennende“), ist eine sehr bekannte, jedoch leider meist verkannte Pflanze mit vielfältigen positiven Wirkungen auf den menschlichen und tierischen Organismus. Ihr fehlendes Ansehen bei der Allgemeinheit verdankt sie wohl ihren Brennhaaren, mit denen sie sich nach außen hin schützt. Sie  weht sich mit Schmerz verursachenden Toxalbumine und Histamine, die sie unter die Haut derjenigen spritzt, die ihr zu nahe kommen.

Julia Tenschert

Ich bin im Passauer Raum als Tierheilpraktikerin und Kinesiologin für Pferde tätig. Artgerechte Ernährung / Fütterung gehört für mich zu den Grundlagen der Gesundheit von Mensch und Tier. Besonders unsere heimischen Kräuter schätze ich als Unterstützung wenn der Körper aus der Balance gekommen ist. 

 

Brennnessel

Ihre Heilwirkung

Dabei ist ihre Heilwirkung erst kürzlich aus unserem Bewusstsein verschwunden, denn bis Anfang des letzten Jahrhunderts wurde die Brennnessel von der bäuerlichen Bevölkerung noch sehr geschätzt. Sie wurde beispielsweise gebündelt als Schutzkraut gegen „böse Geister“ über die Stalltüre gehängt. Denkt man an ihre natürliche Wehrhaftigkeit gegen Fressfeinde macht dieser Gedanke durchaus Sinn!

Sie war ebenso auf dem Speiseplan von Mensch und Tier zu finden. Zum Beispiel wurde sie als Bestandteil der „Neunkräutersuppe“ verwendet: diese Speise wurde bereits bei den Kelten und Germanen im Frühjahr genossen, um die Früjahrsmüdigkeit zu vertreiben. Sie versorgte den Körper nach einem langen Winter wieder mit frischer, vitaminreicher Kost. Im Christentum gab es zu diesem Zwecke vor Ostern die „Gründonnerstagssuppe“, die auch traditionell (neben anderen heimischen Kräutern) die Brennnessel enthält.

Von Maria Treben wurde sie bei Nieren- und Harnwegserkrankungen, Ekzemen, Magenkrämpfen, Leber- und Gallenleiden, sowie bei Blutarmut, Erschöpfungszuständen und Durchblutungsstörungen empfohlen. Treben schreibt die Ermüdungszustände einem Eisenmangel zu und empfiehlt dagegen eine Kur mit Brennnesseltee aus frisch geernteten Blättern über einen Zeitraum von vier Wochen.

Den höchsten Eisenwert sollen dabei die im April und September geernteten Brennnesseln aufweisen. Die Brennnessel gilt aber in der Volksheilkunde nicht nur als blutbildend, sondern es wird ihr auch eine nierenanregende, entschlackende Wirkung nachgesagt.

Brennnessel

Brennnessel

Die Brennnessel hat eine reinigende Wirkung

Die dadurch reinigende Wirkung der Brennnessel kann sich auch auf die emotional- seelische Ebene ausdehnen. Ganzheitlich betrachtet können ebenso Gefühle und Aggressionen zurückgehalten, ja richtig gehend „eingelagert“ werden. Die Brennnessel soll auch emotional alles in uns wieder „in Fluss“ bringen, unterdrückte Gefühle hervorholen und beim Loslassen helfen. Sie ist also keineswegs ein „Un- Kraut“, sondern eine Heilpflanze mit beachtlicher Wirkung, reich an Spurenelementen und direkt vor unserer Haustür vertreten.

Fütterung der Brennnessel bei Pferden

Am besten schneidest du sie ab und lasst sie leicht anwelken. Manche Pferde fressen sie auch gerne frisch! Man kann die Brennnessel auch bündeln und trocknet die Sträuße für die kalte Jahreszeit. Beim Sammeln achtet bitte darauf, dass ihr sie nicht direkt neben der Straße oder vom Misthaufen erntet.

Erfahrungsgemäß schätzen die Pferde übrigens das getrocknete Brennnesselkraut (in Maßen!) besonders zur Fellwechselzeit im Herbst. Tanja von Tashhorse Experience erklärt in ihrem Beitrag über die Heilwirkung der Pflanze beim Pferd und auch Lina von Nordfalben bietet ihren Ponys immer wieder Brennnessel an. 

Ein wichtiger Hinweis zu Schluss: Besonders bei erkrankten Tieren ist es dringend erforderlich einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten zu Rate zu ziehen bevor man anfängt Heilkräuter zu füttern, sonst kann so eine Aktion auch mehr Schaden als Nutzen bringen. Denn jedes Kraut hat eine Wirkung! Bei einer akuten Hufrehe dürfen beispielwiese keine Brennnessel gefüttert werden. Die Pferde brauchen außerdem immer genügend Wasser zur Verfügung gestellt. Bei großer Hitze keine Brennnessel oder andere entwässernd wirkende Kräuter füttern. Bitte informiere dich hier bei deinem Tierarzt und Therapeuten. 

Fakten zur Brennnessel

  • gehört zur der Familie der Urticaceae (Brennnesselgewächse)
  • Wuchshöhe: 10 bis 300 cm
  • gilt als Zeiger für stickstoffreiche Böden
  • verwendete Pflanzenteile: Kraut, Samen, Wurzel

 

Blume frisst hier Brennnessel, die ich einen Tag lang getrocknet habe
Blume frisst hier begeistert Brennnessel, die ich einen Tag lang getrocknet habe

Brennnessel

Brennnessel am Rand der Pferdekoppel

Quellen: Wolf-Dieter Storl: Heilkräuter und Zauberpflanzen; Olaf Rippe: Die Kräuterkunde des Paracelsus; Maria Treben: Gesundheit aus der Apotheke Gottes; Rita Traversier: TCM mit westlichen Pflanzen.

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