Fütterung

Warum man Pferden lieber kein Brot füttern sollte …

Brotfütterung beim Pferd

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich nicht altes Brot für mein Pferd haben möcht. Nein! Möchte ich nicht, mein Pferd ist kein Allesfresser und getrocknetes, altes Brot steht schon gar nicht auf ihrem Speiseplan. ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, warum sich das mit dem Brot in der Pferdeszene so durchgesetzt hat. Oder war das vielleicht früher mal ein Ersatz für Kraftfutter, weil das zu teuer war? Als ich Blume einige Jahre hatte, wurde mir sogar einmal empfohlen täglich mindestens 1 Kilo eingeweichtes Brot zu füttern, damit sie zunimmt.

Mir ist jetzt noch ganz übel, weil ich das ein paarmal gemacht habe, aber gottseidank fand Blume meine Idee geschmacklich nicht so gut. In manchen Ställen findet man das alte Brot oft kistenweise in der Stallgasse zu freien Entnahme stehen und wenn man nicht aufpasst und extra Schilder an seiner Box oder Offenstall anmacht, nascht das eigene Pferd auch mit. Deswegen: schreibt ab sofort alle Hinweisschilder und erklärt allen, die mit den Brotsäcken ankommen, dass euer Pferd ab sofort nichts mehr davon abgekommen soll. 

Warum sollte man lieber kein Brot füttern?

Weizen Ist vor allem in den Haferfrei-Müslis als alternatives Getreide neben dem Mais zu finden, es enthält  aber Gluten und das kann bei Fütterung in großen Mengen zu Verkleisterungen im Magen und Magenschleimhautentzündungen (1)  führen.  Die meisten Brotsorten bestehen großteils aus Weizenmehlen und/oder Roggenmehl. Beide Mehlsorten haben einen hohen Anteil an Gluten.

Klebereiweiß kann bei Pferden zu Verkleisterungen im Magen (1) und auch Magenschleimhautentzündungen führen. Die Verdauungsenzyme des Pferdes sind für diese Eiweisssequenzen nicht ausgelegt. Zusätzlich kann Brot je nach Sorte natürlich auch Konservierungsstoffe wie Sorbinsäure oder Propionsäure enthalten, eventuell Aromen, Salze, Hefen etc. Die Fütterung von Roggen ist aufgrund der für das Pferd kaum verdaulichen Pentosanen nicht zu empfehlen, da die Gefahr von Koliken bestehen kann (3).

Ich bin weder ein Experte in Sachen Brot backen oder in der Verarbeitung der Zutaten. Meine Erfahrung ist nur, dass Weizen oder Weizenmehl bei Pferden bei Kinesiologischen Tests sich als unverträglich herausstellt und es den Pferden besser geht, wenn man das tägliche Leckerchen aus Brot einfach weglässt.

Glutenärmere Sorte sind übrigens Hafer und Gerste. Dinkel nur bedingt, wenn es sich um den Urdinkel handelt, normale Dinkelsorten sind aus dem Weizen gezüchtet und genauso glutenhaltig. Dinkelspelzen sind außerdem für Pferde sehr schwer verdaulich und deswegen sollte Dinkel unbedingt immer spelzfrei verfüttert werden.

Brot - 2 Scheiben

Einem gesunden Pferd wird ein Stück Brot als Leckerli ab und zu angeboten nichts ausmachen, allerdings sollte man davon absehen es in großen Mengen zu füttern. Davon abgesehen – wenn ich weiß, es kann meinem Pferd schaden – dann gebe ich doch lieber gleich ein pferdegerechtes Leckerli wie eine Hagebutte, eine kleine Karotte oder teile mir einen Apfel mit meinem Pferd. Wenn ihr selber Leckerlis bachen möchtet, kann ich euch mein Leinsamen-Leckerli Rezept empfehlen, das geht super schnell und einfach! Man muss dafür kein Genie in der Küche sein, bin ich nämlich auch nicht 🙂 .

Übrigens: auch Enten und anderen Vögel sollte man kein Brot füttern!

Brotschreiben

(1) Helmut Meyer, Pferdefütterung, S. 108 ff

(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Brot

(3) Pferde fit füttern, Dr. Christina Fritz, S. 140ff

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14 Comments

  • Reply Ingrid Heys 2. November 2013 at 22:04

    Super Artikel 🙂 Gibt es mehr diesartigen Artikel? Ingrid – Holland

  • Reply Klaudia 21. Januar 2014 at 15:11

    Danke .-) zum Thema Fütterung schon noch einige .. zu finden alles unter http://www.two-toned.at/blog/category/allgemeines/fuetterung/

  • Reply Martin 17. Oktober 2014 at 06:19

    Aber warum (Bio)Karotten…..dann bitte auch (Bio)-Hafer, (Bio)-Heu, (Bio)-Stroh, Bürsten nur mit Naturhaar, Lederhalfter und nicht aus Nylon etc. pp…..
    Sorry, man kann´s auch übertreiben.

    Aber mit dem Brot sehe ich es auch so, gebe das schon seit Jahren nicht mehr.

    • Reply Klaudia 17. Oktober 2014 at 07:54

      Ich esse selber nur Karotten aus meinem Garten, deswegen nur Bio. Bei Heu und Stroh habe ich auch grad Glück 🙂 nur Hafer ist schwierig bei mir ums Eck. Kann Ja jeder selber entscheiden wie man das macht.

  • Reply Karo 23. Mai 2016 at 19:20

    Liebe Klaudia,
    ein toller und wichtiger Beitrag!
    Ich füttere auch kein Brot. Aber wir hatten neulich im Stall die Frage, ob glutenfreies Brot okay sei. Ich würde es auch eher nicht füttern aber die Frage ist trotzdem interessant. Was meinst du?
    Liebe Grüße
    Karo

    • Reply Klaudia 23. Mai 2016 at 19:28

      Hallo Karo,
      Die Frage ist wirklich interessant. Ich würde sagen, es kommt darauf an, was sonst in diesem Brot enthalten ist (Zusatzstoffe? Öle? Welches Getreide?). Mir fällt da ehrlich gesagt im Moment keines ein, das ich füttern würde.
      LG klaudia

  • Reply Melanie K. 11. Juni 2016 at 08:45

    Hallo zusammen!
    Ich habe für mein Pferd schon vor längerer Zeit beschlossen, dass Brot nicht mehr auf den Speiseplan gehört. Es ist nur schwer aus den Köpfen mancher Eltern zu bekommen, dessen Kinder auf unseren Schulpferden Reiten lernen. Wir haben jetzt Hagebutten als Belohnungsleckerlie gekauft und die Kids dürfen dann davon was geben.

    Lieber das olle Brot wegschmeißen als ein krankes Pferd haben und eine teure Tierarztrechnung oder sogar schlimmeres…

    LG Melanie

  • Reply Kalt 23. September 2016 at 08:12

    Dieser Beitrag ist nicht schlecht aber das umdenken sollte schon beim Kraftfutter anfangen es wird soviel Müsli „krankmacher“ angeboten und auch verfüttert daß es klar ist das alles der Gesundheit schadet, wenn man zuviel und täglich füttert, vor allem kommen wir in der heutigen Zeit nicht nach die eigentlichen Bewegung des Pferdes zu bieten. Dazu kommt noch die beliebte “ ( Trocken)- Silage)“. Dieses sind Sachen wo die Tiere auf Dauer krank machen. Das ist wie beim Mensch „Fasfood“ in der Wuldniss gibt es kein Brot, Müsli, Silage usw. Wo frei auf den Bäumen oder in der Wiese wächst. Man sollte sich grundsätzlich Gedanken machen was man füttert und sich nicht zu stark von der Futter Industrie lenken lassen.

  • Reply Terry 2. Juni 2017 at 03:22

    Bitte um das Rezept Leinsamen-Leckerli…
    Danke

  • Reply nn. 6. Juni 2017 at 06:47

    Natürlich darf man eine derart große Menge Brot nicht aufeinmal od. täglich verfüttern, u schon gar nicht eingeweicht, was für Pferde ungeeignet ist. Brot darf man nur hart und nur in sehr kleinen Mengen verfüttern. Ab und zu ein kleines Stück hartes Brot als Leckerli ist für ein Pferd kein Problem, eine große Menge aber sehr wohl. Wenn ein Mensch 1 kg Schokolade auf einmal isst, bekommt er vermutlich auch ein Problem.
    Die Problematik des Weizen (Klebereiweiß) sehe ich vielmehr eher darin, dass dieser oft in Pferdefutter wie Kraftfutter od. Müsli enthalten ist. Hier fällt das weit mehr ins Gewicht, als wenn man ab und zu ein kleines Stück Brot als Leckerli gibt. Ich persönlich kaufe daher kein Pferdefutter, welches Weizen enthält.

  • Reply Alex 22. August 2017 at 21:08

    Toller Artikel! Danke!

    Dieser Beitrag liefert mir endlich sachliche Argumente, warum meine Stite kein Brot bekommt! Ich werde bei uns am Stall immer angeschaut, wie eine Außerirdische, wenn ich das Brot dankend ablehne.

    Ab und zu bekommt mein Pferd wohl doch ein Brot oder Brötchen ab… von Menschen, die ihr was Gutes tun wollen – bei dem strengen Frauchen;-) Sei’s drum! Ich sag dann nichts! Ein Stück bringt sie nicht um.!

    Aber einen Nurzen sehe ich auch nicht. Es ist einfach unnötig und gehört nicht ins Pferd!

    • Reply Klaudia 3. September 2017 at 18:36

      Hallo Alex,

      ja es ist wirklich schwierig, dass man hier stark bleibt. Die Brotfütterung ist in der Pferdebranche schon so etabliert, dass es als „ganz normal“ angesehen wird. Dabei ist es für einen Pflanzenfresser ja absolut kein passendes Futter. Dran bleiben und dich nicht verunsichern lassen, du machst alles richtig 🙂

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