Gesundheit

KPU (Kryptopyrrolurie) beim Pferd

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KPU beim Pferd ist mittlerweile kein Einzelfall mehr. Durch schlechte Heuqualität, zu wenig Heu, Heulagefütterung oder andere Erkrankungen kann es zu einer dauerhaften Störung der Darmflora kommen und damit in diesem Sinne zu „KPU beim Pferd„.

Aber lassst uns das noch genauer betrachten: KPU ist beim Menschen eine genetische Stoffwechselstörung. Dabei spielen die Pyrrole (Bausteine des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin) eine große Rolle. Diese sind Abbauprodukte des Eiweißstoffwechsels und in geringer Zahl für einige Stoffwechselvorgänge im Körper notwendig.

Was bedeutet KPU (Pyrrolurie, Malvurie oder auch Malvarie genannt) beim Menschen?

Pyrrole sind bei einem KPUler durch die Stoffwechselerkrankung in einer deutlich erhöhten Zahl vorhanden und können nicht mehr – wie bei gesunden Menschen – über den Stuhl ausgeschieden werden. Diese Pyrrole müssen dann über die Niere abgebaut werden, wobei sie mit dem Vitamin B6 und Zink gekoppelt werden, um sie mit dem Harn ausscheiden zu können. Durch diese Vorgänge hat der Körper ständig einen Mangel an Zink und Vitamin B6, die eigentlich für andere Stoffwechselvorgänge wichtige wären.I

Im Endeffekt können dann auch andere Giftstoffe nicht mehr abtransportiert werden. Außerdem kann es auch zu Störungen im Immunsystem und Nervensystem, Erkrankungen der Haut, Haare und Hufe kommen. Bei all diesen Vorgängen im Körper wird Zink und Vitamin B6 benötigt.

Ursachen der Erkrankung beim Pferd

KPU entsteht bei Pferden durch eine kaputte Darmflora, die normalerweise dafür zuständig ist, aktivierte B6 Vitamine (Pyridoxal-5-Phosphat) zur Verfügung zu stellen. Ein Grund für eine kaputte Darmflora kann zum Beispiel die übermäßige Fütterung von Heulage sein.

Bei Pferden wird das aktivierte B6 immer von der Darmflora zur Verfügung gestellt, da im Laufe der Evolution beim Pferd die Fähigkeit verloren gegangen ist B6 Vitamine zu P5P zu aktivieren.  KPU ist beim Pferd keine Krankheit, sondern nur eine Stoffwechselstörung, deren Ursache in der Fütterung zu sehen ist.

Die Entgiftung in der Leber erfolgt in 2 Phasen: damit die Phase 2 anspringen kann, braucht die Leber P5P als Katalysator. Dann können die Giftstoffe weiter umgebaut und ausgeschieden werden. Fehlt P5P, bricht die Entgiftungskaskade in der Leber bereits in der ersten Phase ab, die Leber koppelt nun die hochgiftigen Abfallprodukte an Zink (aber auch Selen, Mangan oder Eisen),  um sie auf diese Weise  ausscheiden zu können.

Damit geraten die Pferde in einen Zinkmangel. Im Blutbild sieht man oft zuvor schon einen Selenmangel. Durch den Zinkmangel zeigt das Pferd dann sekundäre Erkrankungen wie schwaches Immunsystem, Allergieanfälligkeit, schlechtes Hufwachstum oder Mauke. 

Welche Symptome hat mein Pferd gezeigt?

  • Starke Mauke, obwohl die Haltungsbedingungen optimal waren (denkt hier auch an Sommerekzem und andere Hauterkrankungen)
  • Depression
  • Appetitlosigkeit, gleichzeitig aber „Übergewicht“ durch Wassereinlagerungen
  • Husten, Kehlkopfentzündungen
  • Hufgeschwüre: auch das ist auch eine mögliche Form der Entgiftung des Körpers, wenn die Niere überlastet ist
  • empfindliche Haut
  • Kotwasser
  • Bindehautentzündungen

Wie erkenne ich, ob mein Pferd KPU hat?

KPU beim Pferd kann durch einen Urintest nachgewiesen werden. Es gibt dazu ein Labor in Deutschland, das diese Tests durchführt: www.sension-gmbh.de

Wie macht man diesen Test?

Der Test an sich ist eigentlich sehr einfach und schnell erledigt. Schwieriger kann es sein, eine Urinprobe seines Pferdes zu ergattern. Nicht alle Pferde sind hier so bereitwillig. Bei Blume musste ich meine Tierärztin hinzu ziehen, die dann den Harn entnahm. 

Die Vorgehensweise ist wie folgt:

  • Das spezielle Teströhrchen für den KPU Test beim Pferd bei Labor Sension bestellen
  • Urin in einem sauberen Glas auffangen und danach in das Röhrchen füllen
  • Das Röhrchen sollte möglichst vollständig gefüllt sein
  • Die fertig abgefüllte Urinprobe noch am selben Tag zur Post bringen
  • Wichtig: Ca. 4 Tage bis eine Woche dürfen keine größeren Mengen an Vitaminen, insbesondere B-Vitaminen (z.B. durch Vitamin- oder Zinkpräparate) verfüttert werden, da das Ergebniss verfälschen kann

Nach einer KPU Diagnose beim Pferd ist sehr sinnvoll, sich einen Tierarzt & Therapeuten zu suchen, der schon Erfahrung mit KPU hat. Die Fütterung muss umgestellt und angepasst werden, der Stoffwechsel unterstützt werden und eine Darmsanierung ist meistens notwendig! 

Informationsquellen: Wikipedia, KPU Info PDF von Okapi, Sension Labor http://www.sension-gmbh.de, Kinesiologie Ausbildung Dr. Christina Fritz


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