Fütterung

Pferdefütterung – einfach und gesund

Bei der mittlerweile großen Auswahl an Fertigfutter ist es keine leichte Entscheidung, jeder Futtermittelhersteller hat seiner Meinung nach natürlich die besten Produkte am Markt. Müslis sind gut für den Pferdebesitzer,  riechen gut und haben 1000 Inhaltsstoffe, die alle das beste für das Pferd versprechen. Bunt verpackt vermitteln sie einem das Gefühl einer Rundumversorgung. Gesunde Pferde wären aber mit ausreichend Heu, dazu einfach Hafer/Gerste und Mineralfutter am Besten versorgt.

Eine gesunde Darmflora ist die Grundlage für ein gutes Immunsystem!

Mein Fütterungsplan für Blume sieht folgendermaßen aus:

  • Heu steht immer zur Verfügung (die meiste Zeit aus dem Heunetz)
  • eine Handvoll Hafer oder Gerste gequetscht (Achtung: Gerste immer nur gequetscht verfüttern!)
  • Einmal in der Woche gibt es im Winter ein Mash: Dazu koche ich Leinsamen (ca. 100gr) und mische ihn mit Weizenkleie und Wasser und einigen Heucobs – fertig ist das Mash. Nur die Weizenkleie ist vom Mehlkörper abgetrennt und kann für ein Mash max. 1-2 mal pro Woche verfüttert werden. 
  • Mineralstoffmischung verwende ich abwechselend von Okapi (Mineral PUR oder das Weidemineral, die Leckschalenform wird im Offenstall sehr gut von den Pferden angenommen) oder das Wildhorse Mineralfutter
  •  dazu gebe ich regelmäßige Kräuterkuren zur Unterstützung des Stoffwechsel von Pernaturam oder exrta angefertigte Mischungen von meiner Tierärztin
  • Leckerlis füttern vermeide ich, lieber schneide ich eine Karotte in ein paar kleine Teile oder mache mir Leinsamen-Haferflocken Leckerlis selber 
  • für ausreichend frisches Trinkwasser ist gesorgt
  • max. 2 Karotten oder Äpfel am Tag (mittlerweile habe ich das Zufüttern von Apfel und Karotte ganz aufgehört und es gibt solche Leckereien nur an besonderen Tagen)

Blume beim Grasen

Worauf ihr außerdem achten solltest: Füttert kein Brot, Bananen oder andere exotische Früchte. Lasst die Finger von fertigen Müsli und versucht die Fütterung möglichst frei von Melasse zu halten.

 

Wichtig ist auch, dass keine Milchsäurebakterien zusätzlich gefüttert werden. Daher sollter iht auch Produkte wie  Kanne Brottrunk und Kanne Energiebarren Leckerlis oder Bokashi als Dauerzugabe vermeiden. 

Warum sollte man Melasse vermeiden?

Melasse ist der Abfall aus der Zuckerproduktion und besteht aus 50% Zucker und und 48% Wasser. Es dient bei den Fertigmüslis zur Staubbindung und als Geschmacksregulant. Die Melasse ist in den Fertigmüslis ein perfekter Nährboden für Pilze und Bakterien. Sobald Sauerstoff an das Müsli kommt, können sich dort Bakterien leicht ansiedeln und rasant vermehren. Diese werden dann vom Pferd aufgenommen und stören die Darmflora. Die Melasse lässt auch den Blutzuckerspiegel rasant ansteigen und der Körper muss vermehrt Insulin ausschütten. Die großen Mengen an Zucken, die dem Körper bei großen Müsligaben zugeführt werden, können dann nicht mehr sauber zerlegt werden. Der viele Zucker der direkt in den Darm gelangt, stört auch die Darmflora empfindlich. Wie immer macht hier die Menge das Gift! 

Futtertrog

Warum sollte man auf Mais verzichten?

Mais lässt den Blutzuckerspiegel sehr schnell ansteigen, es kommt zu einer Insulinausschüttung, der Blutzuckerspiegel sinkt sehr schnell wieder ab und der erhöhte Insulinspiegel löst wieder Hunger aus. Er wirkt vergleichbar wie ein Traubenzucker beim Menschen. Besonders der geflockte Mais wirkt wie blanker Zucker im Pferd. Die harten, ganzen Maiskörner hingegen können unverdaut im Dünndarm landen und dort dann zu Krampfkoliken führen. Mais hat außerdem einen geringen Mineralstoffgehalt, kaum essentielle Fettsäuren und auch die Qualität der vorhandenen Proteinen ist nicht qualitativ gut genug. 

Hinweis: Dieser Artikel ist wie immer ein persönlicher Erfahrungsbericht aus dem täglichen Pferdeleben und keine wissenschaftliche Arbeit.

Quellen: Kinesiologie Ausbildung und Fütterungsvortrag  Dr. Christina Fritz, Sanoanimal

 

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4 Comments

  • Reply [KK] 22. Februar 2011 at 20:16

    Die Zeitschrift Pferd Plus empfiehlt in der Jänner Ausgabe 2011:

    [… 2kg/100kg KM Karotten decken den Tages Beta-Carotinbedarf und sind ein guter Ersatz für den fehlenden Weidegang im Winter … ] – erschreckend!! Dazu auch noch 2kg Äpfel und bis 500ml Leinöl.
    Karotten enthalten viel zu viel Zucker der hohe Beta-Carotinbedarf fördert die Darmparasiten erst recht?

  • Reply Alexandra Schneider 12. August 2013 at 09:42

    Das ist mir wohl alles bekannt, aber ich habe einen Isi, 16 Jahre alt, Offenstallhaltung mit stundeweisem Weidegang und Dauerheufütterung. Leider ist mein Blængur immer viel zu dünn. Ich füttere noch eingeweichte Cobs dazu und normalerweise Quetschhafer. Den finde ich aber im Kot wieder. Nicht so extrem wie ganzen Hafer, aber dennoch zu viel. Also greife ich doch immer wieder zu Müsli und habe das Gefühl, er sieht damit besser aus. Er bekommt täglich 1 Schippe (500 g) Müsli. Was ist das perfekte „Mastfutter“ für einen Hungerhaken? Wie bekomme ich was an ihn ran? Zähne sind unter regelmäßiger Kontrolle, der Gesundheitszustand ist prima, er glänzt, hat steinharte Barhufe, ist fit. Nur eben sehr mager und unterbemuskelt.

    LG Alexandra

  • Reply Klaudia 13. August 2013 at 18:12

    Also wenn er trotz des vielen Heus + Zähne ok immer noch zu dünn ist, würde ich mal kinesiologisch testen lassen, was die Ursache sein könnte (irgendwo rennt dann ja was schief im System – Leber zb.. oder vielleicht fehlt ihm noch was?). „Mastfutter“ gibt es nicht .. richtig auffuttern geht eh nur mit Heu! Auch die Unterbemuskelung wäre ein Hinweis, dass wo im Stoffwechsel noch was nicht passt.

  • Reply Wie du dein Senior-Pferd fit halten kannst! | TWO TONED 17. März 2017 at 21:47

    […] bei älteren Pferden gelten die gleichen Regeln der Fütterung wie […]

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