Gesundheit

Satteldruckmessung – wie du Probleme mit deinem Sattel erkennst!

13. Januar 2017
Sattel Podium Roma

Das ewige Thema: Passt mein Sattel?

Das Sattelthema gehört zu den Punkten, die uns Pferdebesitzer am meisten beschäftigen: man versucht sich zu informieren, welcher Sattel am ehesten zu Pferd und künftige Vorhaben (Dressur, Wanderreiten, Springen oder Distanzreiten oder doch lieber alles ein wenig?) und nimmt Kontakt mit einem Sattler auf, der die gewünschte Marke vertreibt. Der kommt dann vorbei, man kann einige Modelle testen und nach einem Probereiten und Anpassung hat man ein gutes Gefühl und kauft einen neuen Sattel der Firma X. Dieser wird einige Wochen später geliefert (hoffentlich, wenn alles gut geht!), man zahlt mindestens einen 4-stelligen Betrag und glaubt, dass die Sattelsuche ein Ende hat.

Schließlich hat man ja mittlerweile Stunden in Recherche über Pro und Contra von Baumlos, Sattelmarken und ,-arten investiert und war sich sicher, dass der Sattler einen guten beraten hat. Man reitet einige Monate mit dem neuen Sattel und ist sich plötzlich doch nicht mehr ganz sicher – irgendwie ist die Schwitzfläche ungleichmäßig und das Pferd hat Verspannungen im Schulterbereich. Ich bin übrigens kein Freund der baumlosen Sättel, aber bei manchen Pferden scheint es die einzig machbare Lösung zu sein. Pferdeflüsterei hat sich dabei schon einige Gedanken zum Thema „Sind baumlose Sättel wirklich gesund für den Rücken deines Pferdes?“ gemacht.

Wie ihr selber regelmäßig die Passform eurer Sattels überprüfen könnt, könnt ihr beim Blogbeitrag Sattelcheck von Saskia nachlesen. Sie hat ein Seminar bei Seminar bei  Physiotherapeutin Margit Köhler-Otto besucht und ihre Eindrücke zusammengefasst.

Man wird stutzig und lässt zur Sicherheit den Sattler noch mal kommen, es könnte ja sein, dass sich das Pferd muskulär verändert hat oder etwas mit der Polsterung nicht stimmt? Gerne ist man bereit für diesen Kontrolltermin auch etwas zu bezahlen, schließlich geht es hier um das Wohl des Pferdes. Was ist aber, wenn Sattler kommt und den Sattel überprüft und meint es sei alles in Ordnung? Reitet man weiter mit dem Sattel und bleibt verunsichert? An dieser Stelle würde ich dann eine Satteldruckmessung empfehlen, damit man die Schwachstellen des Sattels eindeutig erkennen kann!

 

Was passiert bei einer Satteldruckmessung?

Bei einer Satteldruckmessung wird die Druckverteilung des Sattels während der Bewegung des Pferdes gemessen und und sichtbar gemacht werden. Optimalerweise ist der Druck des Reiters gleichmäßig durch den Sattel verteilt.

Wann ist eine Satteldruckmessung sinnvoll?

  • Wenn man bereits einen Sattel hat und sich unsicher ist, ob er wirklich 100%ig passt
  • Wenn man vorhat, einen neuen Sattel zu kaufen und sicher sein möchte, dass dieser dann auch für sein Pferd geeignet ist
  • Wenn man bereits einen Sattel hat und diesen noch von einem Sattler anpassen lassen möchte. Die Sattelmessung kann dabei helfen, diese Anpassung korrekter werden zu lassen

 

Eine Druckmessung ist ein gutes Hilfsmittel zur Kontrolle und zur Optimierung des Sattels.

Zum besseren Verständnis der Sattelmessung habe ich einige Fragen an Dr. Sabadello gestellt, sie ist in Österreich unterwegs und bietet Satteldruckmessungen an. Ihre Webseite findet ihr unter http://www.pferdechiropraktik.com

Logo Sabadello

 

Warum ist es wichtig, die Passform eines Sattels während des Reitens zu kontrollieren?

Die Sattellage des Pferdes kann sich in der Bewegung durch die Muskelanspannung und durch die Einwirkung des Reiters deutlich verändern. Auch bei einem im Stehen scheinbar gut angepassten Sattel kann es vorkommen, dass der Druck während des Reitens nur schlecht verteilt wird.

Zusätzlich ist es auch sehr wichtig zu beurteilen, ob durch das Reitergewicht in der Bewegung einzelne Teile des Sattels lokal vermehrten Druck erzeugen (Polsterung, Steigbügelaufhängung, Befestigung des Gurtes,…).

 

Kann man die Druckverteilung eines unpassenden Sattels mit Korrekturpads verbessern?

Das ist leider nur sehr eingeschränkt möglich, eine Ausnahme bildet ein zu weiter Sattel. In so einem Fall kann man den Sattel durch die Verwendung eines Lammfellpads „enger“ machen, wenn nötig auch unter Zuhilfenahme von Einlagen im vorderen Teil des Pads.

 

Gibt es den perfekten Sattel eigentlich oder müssen wir immer mit Kompromissen leben?

Der perfekte Sattel müsste das Reitergewicht über seine Auflagefläche gleichmäßig auf dem Pferderücken verteilen. Das ist in der Praxis nur sehr selten zu erreichen, nicht vergessen darf man dabei auch, dass die wenigsten Pferde (und Reiter) in sich gerade sind – auch das hat natürlich einen großen Einfluss auf die Druckverteilung des Sattels. Allerdings gibt es für die Praxis einige Punkte, die jeder Sattel erfüllten sollte (z.B.: auf die Wirbelsäule darf kein Druck übertragen werden, die Schulterblätter sollten in ihrer Beweglichkeit nicht eingeschränkt werden, es dürfen keine lokalen Punkte mit vermehrter Druckbelastung entstehen,…)

 

Save

Noch ein kleiner Tipp von mir:

Die Wahl des richtigen Sattelgurts kann auch eine große Rolle spielen. Ich habe mir vor einigen Jahren einen Mattes Lammfell Sattelgurt* gekauft und damit fühlte sich Blume gleich viel wohler als mit Leder,- oder Neoprengurt. Im Nachhinein gesehen hätte ich lieber viel früher mehr Geld in den Sattelgurt investiert – es zahlt sich einfach aus. Ich habe beim Tierphysio Blog einen guten Artikel gefunden, der Sattelgurte in allen Formen gut beschreibt. Der Sattelgurt ist nicht billig, die Variante Mondgurt kostet ab 140 €  je nach Farbwahl und Anbieter. Es werden aber auch immer wieder welche gebraucht angeboten! Der Lammfellgurt ist auch einfacher zu reinigen als ich vermutet habe. Ich bürste ihn nach dem Reiten mit einer Magic Brush aus und wasche ihn gelegentlich in der Waschmaschine ganz normal bei 30 Grad. Ihr solltet die Größe genau nach Anleitung von Mattes abmessen, ich habe bei diesem Gurt eine ganz andere Länge als beim Sattelgurt aus Leder.

 

Sattelgurt

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2 Comments

  • Reply tierbürsten Hannes 12. März 2017 at 16:23

    Hallo als erstes möchte ich den Blog loben!

    Ich besitze selbst 2 Haflinger und reite regelmäßig mit ihnen aus, obwohl ich seit gut 2 Jahren reite, konnte ich noch einiges Neues an Informationen besonders in Sachen Satteldruckmessung mitnehmen, und werde bei meinen zwei Pferden dies demnächst auch mal ins Auge fassen.

    Sehr schöne informative website!

    Liebe Grüße Hannes

    • Reply Klaudia 14. März 2017 at 19:14

      Lieber Hannes,

      vielen Dank für dein tolles Feedback – das freut mich sehr :-)

      Jetzt kommt ja endlich der Frühling und die Ausreitzeit beginnt wieder so richtig, ich freue mich immer schon besonders auf das Wochenende (gottseidank ist bald Zeitumstellung *gg*). Noch viel Spaß beim Lesen meines Blogs.

      PS: es wird bald einen Newsletter geben und auch ein kostenlosen eBook zum Download!

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